Semaglutid, Tirzepatid und Retatrutid
10.11.2023
Semaglutid, Tirzepatid und Retatrutid: Was ist der Unterschied?
GLP-1-Rezeptoragonisten sind zu einem wichtigen Fokus in der metabolen Forschung geworden, insbesondere die drei herausragenden Verbindungen – Semaglutid, Tirzepatid und Retatrutid. Sie werden oft verglichen, aber der Unterschied liegt darin, welche Rezeptoren sie ansprechen:
Semaglutid zielt auf 1 Rezeptor ab: GLP-1
In Studien gezeigt, dass es die Blutzuckerregulation unterstützt, die Magenentleerung verzögert und den Appetit beeinflusst. Es wird umfassend in metabolischen und endokrinen Modellen erforscht.
(Referenz: Drucker, 2018; Nauck et al., 1993; Meier et al., 2002; Secher et al., 2014)
Tirzepatid zielt auf 2 Rezeptoren ab: GLP-1 + GIP
Diese duale Rezeptoraktivität wurde beobachtet, um metabolische Signale zu verstärken, die Insulinempfindlichkeit zu verbessern und größere Reduktionen der Körpergewichtsmarker in präklinischen und klinischen Studien zu bewirken.
(Referenz: Frias et al., 2021; Drucker, 2021)
Retatrutid zielt auf 3 Rezeptoren ab: GLP-1 + GIP + Glukagon
Derzeit in frühen Phase-Studien hat dieser triple Agonist den bedeutendsten Einfluss auf Körperzusammensetzungsindikatoren gezeigt – potenziell aufgrund seiner Auswirkungen auf die Appetitregulation und Energiewege.
(Referenz: Jastreboff et al., 2022; Mullard, 2022)
Semaglutid: Der erste große Durchbruch
Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist, der ursprünglich entwickelt wurde, um natives GLP-1 zu imitieren und die Insulinsekretion auf glucoseabhängige Weise zu erhöhen. Es war eines der ersten Verbindungen, die signifikante Gewichtsreduktion und glykemische Kontrolle in der Forschung zu Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit demonstriert haben.
Primärer Mechanismus: GLP-1-Rezeptoragonismus
Metabolische Effekte: Erhöht die Insulinsekretion, unterdrückt Glukagon, verlangsamt die Magenentleerung und reduziert den Appetit
Gewichtsreduktion: In klinischen Studien wurde eine Reduktion des Körpergewichts um 10–15 % nachgewiesen
Kardiovaskuläre Befunde: Assoziiert mit reduzierten schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen (MACE)
Tirzepatid: Ein dualer Incretin-Agnonist
Tirzepatid stellt eine neue Klasse von dualen Agonisten dar, die sich an sowohl GLP-1 als auch GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Peptid) Rezeptoren richtet. Dieser duale Mechanismus scheint die metabolischen Vorteile über den alleinigen GLP-1-Agonismus hinaus zu verstärken.
Primärer Mechanismus: GLP-1- und GIP-Rezeptoragonist
Metabolische Effekte: Steigert die Insulinsekretion, verbessert die Insulinempfindlichkeit und unterdrückt weiter den Appetit
Gewichtsreduktion: Bis zu 22,5 % Reduktion des Körpergewichts in einigen Studien – unter den bedeutendsten bis dato
Zusätzliche Erkenntnis: Könnte die β-Zellfunktion und die Adipositasreduktion im Vergleich zu Semaglutid verbessern
(Referenz: Frias et al., 2021; Jastreboff et al., 2022; Drucker, 2021)
Retatrutid: Der Triple-Agnonist Anwärter
Retatrutid ist eine aufkommende investigational Verbindung, die GLP-1, GIP und Glukagonrezeptoren anspricht – was ihm die Klassifizierung eines triple Agonisten einbringt. Diese breitere Rezeptoraktivität wird intensiv auf ihr Potenzial zur Beschleunigung der Fettoxidation und Energieexpansion beurteilt.
Primärer Mechanismus: GLP-1-, GIP- und Glukagon-Rezeptoragonist
Metabolische Effekte: Kombiniert Appetitunterdrückung, Glukosekontrolle und potenzielle thermogene Effekte
Gewichtsreduktion: Studien in frühen Phasen zeigen Körpergewichtsreduktionen von bis zu 24 %
Therapeutische Implikationen: Potenzial zur Neugestaltung der Paradigmen in der Fettleibigkeitsforschung, indem mehrere hormonelle Wege gleichzeitig angesprochen werden.
(Referenz: Jastreboff et al., 2022; Mullard, 2022)
Fazit
Während Semaglutid grundlegend in der GLP-1-bezogenen Forschung bleibt, stellen Tirzepatid und Retatrutid leistungsstarke Next-Generation-Agenten mit breiterer Rezeptoraktivierung und größerer beobachteter Wirksamkeit in frühen Studien dar. Diese Verbindungen definieren neu, was in der metabolischen Modulationsforschung möglich ist, und bieten spannende Richtungen für zukünftige Studien.
Referenzen
Holst, J.J. (2007). Physiological Reviews, 87(4), 1409–1439.
Drucker, D.J. (2021). Circulation Research, 128(9), 1361–1379.
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